Von Jochen Werner aus der AZ vom 02.05.2012
„Angesichts der 149-jährigen Geschichte der SPD ist der Ortsverein ein junger Spund“, grüßte Verbandsbürgermeister Franz-Josef Riediger die Genossen in Waldalgesheim und Genheim zur Feier ihres 50-jährigen Bestehens. Das genaue Gründungsdatum nach einem „konspirativen Treffen“ von sieben Männern 1962 ist nicht mehr zu ermitteln, trotzdem gab es Gründe genug, das Jubiläum mit einem Festakt in der Keltenhalle zu feiern. Mit dabei waren nicht nur Freunde der SPÖ aus der steiermärkischen Partnergemeinde Ratten, sondern auch Hendrik Hering als Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, SPD-Landtagsabgeordneter Michael Hüttner und Vertreter aller Ortsvereine.
Keine Frage: Sich in der Politik zu engagieren, ist ein wichtiges Ehrenamt. Eines, das gewürdigt, das zu positiver und konstruktiver Zusammenarbeit genutzt werden will, um Projekte anzustoßen oder voranzubringen. Eines, das bei unterschiedlichen Sichtweisen und Meinungen in der Diskussion neue Perspektiven offenbart. Eines, das in den Kommunen zum Zusammenleben und Wir-Gefühl beiträgt. Insoweit waren sich Hering und Bürgermeister Dr. Gerhard Hanke (CDU) einig.
Hering betonte, dass die Ziele der Sozialdemokratie aktuell geblieben seien. Es bestehe eine große Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit und der Freiheit, aus dem eigenen Leben etwas machen zu können, befreit von materieller Armut und Diskriminierung. Mut hätten sie gezeigt, die sieben Gründungsmitglieder, sagte Hering. Und das klare Ziel, dass ein Einzelner nichts, viele aber sehr wohl etwas bewegen können. Waldalgesheim habe eine gute Entwicklung genommen, die Energiewende hier schon lange vor Fukushima stattgefunden. Alles unter Mitwirken aktiver Sozialdemokraten. Vom Stolz sprach der Fraktionsvorsitzende, vom Stolz auf die Wohlfühlgemeinde sprach Hanke, und Hüttner sprach vom „Neid, wenn man aus Bingen auf Waldalgesheim schaut und sieht, was hier alles geleistet wurde“.
Der Ortsverein lebe die Gemeinschaft, sei aktiv - und habe verstanden, was es heißt, im Landtag einen Ansprechpartner zu haben: Viele riefen an, um zu erreichen, dass - wie beim Ausbau der L214 - etwas getan werde. Als ganz besondere Gäste begrüßte Moderator Udo Wirth die Partner aus Ratten, angeführt von deren Bürgermeister und SPÖ-Chef Thomas Heim. Der blickte zurück auf die 12-jährige verbriefte Partnerschaft und das „internationale Gedankengut, das uns trägt“. Ein Stück der SPÖ sei dank der Freundschaft zwischen Wolfgang Muskau und Franz Möggle immer mit vor Ort, meinte die Ortsvereinsvorsitzende Katja Zimmermann mit Blick auf die Freundschaft und die verbindenden Ideale und das Herzblut der Gründerväter.
Überhaupt „Ideale“: Heinz Schulz zeigte in dem gleichnamigen Gedicht von Kurt Tucholsky die Modernität der Gedanken aus den 1920er Jahren.
„Der Ortsverein ist als tragende Säule aus dem kulturellen, politischen und dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken“, gratulierte Franz-Josef Eckes stellvertretend für alle Vereine. Besonderes Schmankerl: Gründungsmitglied Karl Dahn feierte am Festtag seinen 85. Geburtstag, konnte aber leider nicht dabei sein.

